Am Scheideweg
Die Welt steht vor einer geopolitischen Zeitenwende. China setzt auf Diplomatie, die USA gehen auf Konfrontationskurs. Nun muß sich die EU entscheiden.
…Die Welt steht vor einer geopolitischen Zeitenwende. China setzt auf Diplomatie, die USA gehen auf Konfrontationskurs. Nun muß sich die EU entscheiden.
…Eine weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs zu verhindern, ist im ureigensten deutschen und europäischen Interesse. Doch die deutschen EU-Chefs Ursula von der Leyen und Olaf Scholz schweigen – sogar zur Nord-Stream-Attacke. Ein Leitartikel für den „Freitag“.
…Die EU hat sich im Ukraine-Krieg wohl endgültig von der Diplomatie verabschiedet. Es gebe keine Alternative zu Waffenlieferungen, Kampf und Sieg, heißt es neuerdings in Brüssel. Dabei hat man es nie ernsthaft versucht.
…Die USA wollen den Finanzdienstleister SWIFT nutzen, um Russland vom Finanzsystem abzuklemmen. Umsetzen soll diesen Plan die EU – dabei hatte die ursprünglich einmal geplant, die Bankdaten vor dem US-Zugriff zu schützen. Nun werden die EUropäer zu Komplizen.
…Der Wahlsieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl wurde in Brüssel und Berlin mit Erleichterung aufgenommen. Er ist jedoch auch ein Weckruf. Der Machtwechsel in Washington ist für die EU vielleicht die letzte Chance, erwachsen zu werden – auch in der Wirtschaftspolitik.
…Paris, Welt-Hauptstadt des 19. Jahrhunderts und mutmasslich neues europäisches Krisenzentrum. Dabei ist das Budgetdefizit 2014 geringer als in London. Im Elysée-Palast (Foto) traut man sich aber nicht mehr, das laut auszusprechen – der unbeliebteste Präsident der 5. Republik ist abgetaucht.
Hier, im Elysée, bin ich sieben Jahre ein und aus gegangen, von 1994 bis 2001. Anfangs verbreitete noch Präsident Mitterrand seinen morbiden Charme, dann eroberte der hemdsärmelige Chirac das „Chateau“. Mit der Wiederaufnahme der Atomtests löste er gleich eine Krise aus.
Die wichtigsten Themen (für „Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“) waren denn auch die Außenpolitik, die Wirtschafts- und Finanzpolitik (Euro-Einführung und Stabilitätspakt) sowie die Europapolitik (Nizza-Gipfel). Die deutsch-franzöischen Beziehungen beschäftigen mich auch heute noch – mehr dazu hier.
Foto: Frederic Legrand – COMEO / Shutterstock.com – Zitat auf der Homepage aus E. Bonse „Unser 11. September“ (Lost in EUrope)
Bruxelles, Hauptstadt des Surrealismus und der Europäischen Union. Dabei fallen die wichtigsten Entscheidungen zunehmend woanders, vor allem in Berlin. In der EU-Kommission (Foto) will man davon aber nichts wissen; im „Team von der Leyen“ setzt man auf die Hebelwirkung großer Worte.
Hier arbeite ich nun schon seit 2004 – im nach Washington zweitgrößten Pressecorps der Welt (mehr als 1000 akkreditierte Journalisten). Zu meinen Kunden zählten bzw. zählen das „Handelsblatt“, die „tageszeitung“ (taz), das Polit-Magazin „Cicero“ sowie der Brüsseler Thinktank Bruegel.
Thematisch habe ich alle Aspekte der EU-Politik bearbeitet – mit Schwerpunkten auf der Außen- und Sicherheitspolitik (Erweiterung, Nato) sowie der Wirtschafts- und Finanzpolitik (Industrie, Handel, Eurokrise). Zudem habe ich in Brüssel meinen EU-Blog gegründet – mehr dazu hier.
Foto: Shutterstock / Zurijeta – Zitat auf der Homepage aus E. Bonse: „Brüssel tickt deutsch“ (politik & kommunikation, nur Print)