Italian Prime Minister Matteo Renzi, German Chancellor Angela Merkel (C) and French President Francois Hollande (R) arrive to a news conference on the Italian aircraft carrier Garibaldi off the coast of Ventotene island, central Italy, August 22, 2016. Bundesregierung/Guido Bergmann/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Solo statt Trio

Viel Symbolik, wenig Substanz: Der Dreiergipfel in Italien hat keine „neuen Impulse“ für die Rest-EU gebracht, wie dies Kanzlerin Merkel angekündigt hatte. Überraschend ist das nicht – ein Kommentar.

Der Kurztrip nach Neapel hatte vor allem den Zweck, Italiens Renzi und Frankreichs Hollande auszubremsen. Seit langem versuchen Italiener und Franzosen, eine Alternative zum neoliberalen deutschen Kurs zu formulieren.

Das will Merkel verhindern. Sie wählt die Umarmungstaktik, geht auf Renzi und Hollande zu, lässt sich aber nicht auf ihre Ideen ein. Sie legt einen flotten Dreier mit Italien und Frankreich hin, will aber kein neues Führungstrio.

Warum auch? Renzi und Hollande sind zu schwach, um Europa zu neuen Ufern zu führen. Dem Italiener steht ein Referendum, dem Franzosen eine Wahl bevor – beide könnten darüber stürzen. Merkel hingegen sitzt fest im Sattel.

Und so plant sie schon die nächsten Reisen – nach Estland, Tschechien und Polen. Auch dort wird sie versuchen, einen Kurswechsel abzuwehren und den Status Quo zu verteidigen.

Alles soll weitergehen wie bisher, als hätte es den Brexit nie gegeben. Europa bringt das nicht voran. Aber das scheint Merkel nicht zu scheren.

Erst nach der Bundestagswahl in einem Jahr will sie – vielleicht – ein paar EU-Reformen wagen. Bis dahin soll das Ancien Régime weitergehen. Schließlich ist es ihr Regime. Der Rest ist Show.

Dies ist die gekürzte Fassung eines Kommentars für die taz. Das Original steht hier

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