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Durch die deutsche Brille

In Brüssel gibt es zu jedem großen EU-Thema viele Informationen und Meinungen. Dennoch setzt sich meist die offizielle deutsche Perspektive durch – warum eigentlich? Versuch einer Erklärung.

Auf den ersten Blick ist Brüssel ein Paradies für Journalisten. Mehr als 1000 fest akkreditierte EU-Korrespondenten, 28 Mitgliedstaaten mit dutzenden Pressesprechern, tägliche Briefings in der EU-Kommission, regelmäßige EU-Gipfel mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt – selbst Washington kann da nicht mithalten.

Denn in der US-Hauptstadt kennt man nur eine Perspektive: die amerikanische. In der EU-Hauptstadt hingegen gibt es zu jedem Thema viele Blickwinkel. Jede nationale Sichtweise lässt sich durch die Brille eines anderen EU-Landes brechen. Jede offizielle Vorlage muss sich in 28 Ländern bewähren. Einheit in Vielfalt – das offizielle Motto wird in Brüssel täglich gelebt.

Dennoch hat sich in Brüssel keine multidimensionale, europäische Öffentlichkeit entwickelt. Deutsche, britische und französische Journalisten sprechen zwar miteinander, tauschen im Plauderton Informationen und Einschätzungen aus. Doch am Ende schreiben sie doch wieder deutsche, französische oder britische Artikel – mit der entsprechenden nationalen Brille.

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